Gerade beim Teichbau sollte der erste Schritt eine detaillierte Planung sein. Wer meint darauf verzichten zu können, sollte es lieber gleich sein lassen, denn es gilt einiges zu beachten, um später Frust und teures Lehrgeld zu vermeiden.

Am Anfang steht das liebe Geld! Man muss sich die Frage stellen, was der Teich kosten darf – also bei der Herstellung und auch beim Unterhalt! Das Budget entscheidet darüber, was möglich ist und was man sich am besten gleich aus dem Kopf schlagen sollte.

Folgende Faktoren beeinflussen den Preis bei der Herstellung:

  1. Teichgröße:
    Ich denke, es ist klar, dass ein großer Teich bei gegebener Bauweise mehr Geld kostet als ein kleiner Teich. Ich persönlich liebe Koiteiche zwischen 10.000-30.000 Liter! Wer die Nähe zum Koi liebt, der weiß genau was ich meine. Auch das Teichmanagement ist bei dieser Größe bezahlbar und der Platzbedarf gut überschaubar. Von der Tiefe her würde ich nicht mehr über 1.7m gehen. In der Regel sogar nur 1.5m.
  2. Teichart:
    Naturteichähnliche Varianten lassen sich normal sehr günstig herstellen, denn hier kann man mit geringem materiellen Aufwand schon recht gute Ergebnisse erzielen. Das liegt u.a. daran, dass man die Teichwände meist schräg ausbildet und ein Zusammensacken dadurch weitestgehend ausgeschlossen werden kann. Es wird also in der Praxis ein Loch mit mehreren Ebenen in unterschiedlicher Tiefe gegraben, mit Vlies gegen Wurzelwuchs und evtl. vorhandenen Steinen geschützt und dann möglichst faltenfrei eine Folie eingebracht. Formale Teiche hingegeben haben eine geometrisch definierbare Form, z.B. rechteckig, oval, rund etc. und besitzen oft senkrechte Wände, was zur Folge hat, dass diese gestützt werden sollten, was einen zusätzlichen, nicht zu unterschätzenden Kostenfaktor darstellt.
  3. geplanter Besatz:
    Vom geplanten Besatz hängt nicht zuletzt die Größe und die Art der Filterung ab. Ich nehme es ehrlich gesagt nicht so genau, was die Besatzdichte angeht, aber mit höherem Besatz wachsen die Anforderungen an das Teichmanagement. Bei der Planung rechne ich mit einem Fisch (unabhängig von der Größe) pro Kubikmeter Teichvolumen. Da gibt es unterschiedliche Zahlen, die alle im Prinzip nichtssagend sind! Auch wenn jetzt vielleich einige Leser böse gucken, aber ich halte von diesen Zahlen gar nichts, außer dass sich daran erklären lässt, dass man eine Verpflichtung den Tieren gegenüber hat und diese heißt artgerechte Haltung. Für artgerecht halte ich einen Teich, der über koigesundes Wasser und über stabile Parameter wie z.B. die Temperatur verfügt. So können nach meiner Meinung in einem 10.000 Liter-Teich auch 20 Koi >50cm schwimmen, wenn das Management passt. Das heißt also, dass nicht nur die Größe des Teiches über die zu verwendende Filtertechnik entscheidet, sondern in erster Linie die benötigte Leistungsfähigkeit. So kann man in Relation sagen: großer Teich + wenig Besatz = geringere Anschaffungskosten bei Filtertechnik, kleiner Teich + hoher Besatz = hohe Anschaffungskosten bei Filtertechnik, kleiner Teich + wenig Besatz = geringe Filteranschaffungskosten und großer Teich mit großem Besatz = höchste Filteranschaffungskosten!
  4. verwendetes Material
    Das verwendete Material ist maßgeblich, was die Herstellungskosten angeht. Alleine bei Folien gibt es Unterschiede, die unter Umständen bis zu 600% Preisunterschied ausmachen. Neben der Materialstärke spielt der verwendete Rohstoff eine enscheidende Rolle. PVC-Teichfolien sind auch heute noch die am häufigsten verwendten Folien im Teichbau und halten erfahrungsgemäß maximal 15 Jahre. Sie sind leicht zu verarbeiten und gehören zum günstigsten Material. Im Koiteich würde ich nicht unter 1mm Materialstärke gehen, ganz unabhängig um welches Material es geht. Es gibt sie gewebeverstärkt und in unterschiedlichen Farben. Davon hängt ab, wie teuer sie sind. Man sollte hier nicht auf das günstigste Material setzen! PE-Folien kommen auch immer häufiger zum Einsatz. Sie sind preislich in etwa wie bei den PVC-Folien angesiedelt, halten aber bis zu 25 Jahre. Die Verarbeitung ist aber etwas schwieriger. EPDM-Teichfolien sind in der Regel aus synthetischem Kautschuk und gehören zu den teuersten Folien. Sie halten gar bis zu 40 Jahre und sind sehr flexibel. Sie wird nicht verschweißt, sondern verklebt. natürlich kann man auch auf Folie verzichten und seinen Teich laminieren. Das setzt voraus, dass man massive, rissfreie Teichwände hat, die auch gegen Rissbildung gesichert sind. Das was sonst eine Teichfolie meist unproblematisch überbrücken könnte, wäre im laminierten Teich eine Katastrophe. Gut gemacht und entsprechend glasfaserarmiert hält diese Variante aber ewig und drei Tage. Die Kosten für die Herstellung dürften hier mit Abstand am höchsten sein.
  5. Filtertechnik
    Unter Umständen ist die Filtertechnik teurer als der Teich selber. Man sollte sich darüber klar sein, ob man den Teich im Schwerkraftprinzip filtern oder ob man einen gepumpten Filter einsetzen möchte. Der Schwerkraftfilter macht sich, wie der Name schon sagt, die Schwerkraft zunutze und braucht dadurch weit weniger Energie als ein gepumpter Filter. Bei letzterem ist die Schwerkraft sogar hinderlich, denn diese reduziert die Effizienz der Pumpe mit steigendem Niveauunterschied zwichen Teichwasser und Filter. Geht man vom Schwerkraftfilter aus, so muss dieser unterhalb des Teichwasserniveaus positioniert werden. Dabei muss berücksichtigt werden, dass auch bei ausgeschalteter Pumpe der Filter nicht überlaufen kann, also Oberkannte Teich ist gleichbedeutend mit oberkannte Filter! Ein Teich sollte mindestens ein Mal pro Stunde umgewälzt werden. Das heißt, man muss eine Pumpe verwenden, die diese Fördermenge netto, also unter Berücksichtiung der Verluste auch schafft. Für den Schmutzabtransport sorgen in der Regel Bodenabläufe und Skimmer. Man rechnet pro 10.000 Liter mit einem Bodenablauf bzw. Skimmer. Bei einem kleinen 10.000 Liter-Teich würde ich aber trotzdem einen Bodenablauf und einen Skimmer vorsehen und die Umwälzung auf 18.000-20.000 Liter pro Stunde erhöhen. Die gleiche Konfigruation würde ich auch bei einem 20.000 Liter-Teich verwenden. Bei einem 25.000-30.000 Liter-Teich hingegen würde ich 2 Bodenabläufe und einen Skimmer einsetzen und die Pumpenleistung auf 30.000 Liter festsetzen. Das könnte man so fortführen. Jetzt sollte man berücksichtigen, wie das eigene Management aussehen soll und wie die Platzverhältnisse sind. Habe ich viel Platz, habe ich alle Möglichkeiten, habe ich wenig Platz, muss ich beinahe zwangsläufig auf ein modernes Filtersystem setzen. Also was wäre denkbar? Habe ich einen Kanalwasseranschluss für Abwasser? Wenn ja, könnte man auf einen modernen Endlosbandfilter oder Trommelfilter setzen. Diese sind recht teuer in der Anschaffung, aber fressen wenig Zeit im Management. Habe ich keinen Abwasserabfluss und wenig Platz, dann bleibt noch das Spaltsieb, der Papierfilter oder der Vliesfilter, wobei der Spaltsiebfilter die günstigste Variante darstellt, auch in den Folgekosten. Man muss aber wissen, dass dieser nicht ganz so fein filtern kann, wie z.B. Papierfilter oder Vliesfilter. Bei ausreichend Platz bleibt auch noch das kostengünstige konventionelle Filtersystem, z.B. mit Bürsten/ Japanmatten. Neben den geringen Anschaffungskosten (kann man sogar in Regentonnen installieren), ist der relativ störungssicher, denn da kann so gut wie nichts kaputt gehen und es kann sich ein hohes Maß an Biologie ansiedeln, was wiederum für die Nitrifikation wichtig ist. Der Aufwand bei der Reinigung  ist aber höher! Je nach eingetragener Futtermenge, Filteraufbau und Filtergröße, kann eine wöchentliche Intensivreinigung anstehen. Wie aufwendig diese ist, hängt vom Aufbau des Filters ab und sollte ebenfalls gut geplant sein. Man sollte also nicht zum Sklaven seiner Filteranlage werden. Bei gepumpten Filtern kann man das zuvor geschriebene beinahe 1:1 übertragen. Es gibt jede hier genannte Filterart auch als gepumpte Variante. Wichtig ist hier, dass die verwendeten Pumpen abhängig vom Niveauunterschied in der Regel netto nur noch die halbe Fördermenge der ausgewiesenen Herstellerangaben liefern. Eine energieeffiziente Rohrpumpe sollte man nur in Schwerkraftanlagen nutzen, denn diese kommen mit Niveauunterschieden nicht klar. Bei  gepumpten Filtern sollte eine Schmutztollerante Pumpe verwendet werden. Auch hier gilt, wer billig kauft, kauft in der Regel zwei mal.
  6. laufende Kosten
    Zu den laufenden Kosten gehören die reinen Betriebskosten (Strom für UVC, Pumpe, Luftpumpe, Filter), die Kosten für Wasserwechsel (ca. 10-25% / Woche), die Kosten für die gesunde Ernährung (keinesfalls billiges Futter füttern) und die sehr variablen Kosten für z.B. die medizinische Versorgung. Auch der Ersatz von z.B. UVC-Leuchtmittel, die ein mal jährlich getauscht werden müssen, gehören dazu. Um zu ermitteln, wie hoch die laufenden Ernergiekosten sind, rechne ich die Leistung in Watt zusammen, z.B. Pumpe 150 Watt, UVC 75 Watt, Luftpumpe 40 Watt, ergibt zusammen 265 Watt x 24 Stunden x 365 Tage = 2.321.400 Watt geteilt durch 1000 x 0,26 €/ kWh = 603,56 € pro Jahr also ca. 50 Euro pro Monat! Das sind in Etwa die Kosten für einen 20.000 Liter-Teich! Sollte man den Fischen etwas gutes tun wollen, dann sollte auch eine Reserve für die Heizung möglich sein, damit die Temperatur auch im Winter nicht unter 4-5°C sinken kann und auch bei sehr stark schwankenden Temperaturen konstant bleibt! Auch da kann man mit der beschrieben Formel rechnen! Auch die Kosten für Futter werden oft unterschätzt! Bei nur 10 weiblichen Koi >50cm kann man im Sommer täglich mehr als 300 Gramm hochwertiges Futter füttern. Das sind im Monat 9 KG, also ca. 90 Euro und mehr.

Hat man sich für eine Variante entschieden, dann geht es an die eigentlich Teichplanung. Man schaut sich den Entstehungsort des neuen Teiches an, misst die Freifläche aus, steckt die groben Konturen des Teiches ruhig mal ab, um eine Vorstellung zu bekommen. Ich schaue mir das lieber einen Tag länger an als einen zu wenig, denn am Ende sagt man sonst vielleicht, dass er vielleicht doch noch einen Meter kleiner oder größer hätte werden können. Ist man der Meinung, dass es passt, zeichnet man sich den Teich genauer auf und vermaßt ihn. Spätestens jetzt sollte man sich Gedanken machen, ob man alleine in der Lage ist, die meisten Leistungen selber zu erbringen oder ob eine Firma herangezogen werden sollte. Hier als Tipp: Wer handwerklich nicht ungeschickt ist, kann vieles alleine machen. Einzig bei der Herstellung der wasserdichten Teichhülle, sollte man auf einen Profi setzen, denn das kann viel Frust vermeiden. hat man es nur auf einen einfachen naturnahen Folienteich abgesehen, wo die Folie in einem Stück verlegt wird, kann man gerne alles alleine machen.

In den folgenden Beiträgen möchte ich zu den gängigsten Varianten detaillierter eingehen:
1. die Teichform
1.1 einfacher Folienteich (naturnah) mit gepumptem Filter
1.2 formaler Teich mit Schwerkraftfilter / gepumpten Filter
1.3 hochteich mit Schwerkraftfilter / gepumpten Filter
2. Verrohrung / Fittinge / Skimmer / Bodenabläufe

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