Vorwort

Der Teichfilter ist ein wichtiger Bestandteil eines künstlich angelegten Koiteiches. Einzige Ausnahmen sind naturteichähnliche Gewässer mit geringer Besatzdichte, aber auf diese möchte ich hier nicht weiter eingehen. Man unterteilt diese Filter in Kompaktfilter (druck oder drucklos) mit integrierter Biofilter-Funktion, in mechanische Filter und in biologische Filter. Was genau das bedeutet, werde ich in Kürze erläutern. Außerdem kann ein Filter als Schwerkraftfilter oder als gepumpter Filter zum Einsatz kommen. Eine weitere Unterteilung könnte man in konventionelle Filtertechnik oder moderne Filtertechnik vornehmen, denn es gibt in den letzten Jahren enorme Entwicklungssprünge im Bereich der Filtertechnik, die ich hier kurz anreißen werde.

Mechanische Filter

Der mechanische Filter ist für das Zurückhalten von Schmutzpartikeln im Wasser konzipiert. In konventionellen Systemen verbleibt der Schmutz im Filter und wird dort teilweise von Mikroorganismen abgebaut. Der noch nicht abgebaute Schmutz wird über Intervallreinigungen aus dem Filter entfernt (z.B. bei Rückspülvorgängen). In modernen Systemen wird der Schmutz in der Regel im ersten Schritt aus dem Wasser gefiltert und im zweiten Schritt aus dem Wasser entfernt, so dass es nicht zum Zersetzungsprozess im Wasser kommen kann.

Biologische Filter

Im biologischen Filter sollen in erster Linie biochemische Prozesse stattfinden. Das heißt, dass hier z.B. der Stickstoffkreislauf per bakterieller Oxidation stattfinden soll. So wird das über die Kiemen der Fische abgeatmete Ammonium (wird bei PH >7 zu giftigem Ammoniak) in Nitrit und dies in das ungefährliche Nitrat umgewandelt. Die Größe des zu plandenden Biofilters ist abhängig von der Besatzdichte und der Größe des Teiches. So kann man berechnen, wie viele Kilo Futter von einer gegebenen Fläche eines besiedelbaren Filtersubstrats benötigt wird, um die Anforderungen zu erfüllen. Man geht heute aber davon aus, dass man für fischgesundes Wasser mindestens 3-5% des Teichvolumens als Bio-Filtervolumen annehmen sollte. Meine Erfahrungen bestätigen dies. Auch sollte dafür gesorgt werden, dass der Biofilter ordentlich durchströmt und zusätzlich belüftet wird. Der Biofilter sollte nach Möglichkeit mindestens ein mal pro Stunde mit dem gesamten Teichvolumen beschickt werden. Das heißt also, dass ein Teich mit 10m³ Wasservolumen mit einer Pumpe betrieben werden sollte, die mindestens 10m³ pro Stunde umwälzen kann. Der Biofilter sollte hier mindestens 300 Liter groß sein, besser aber zwischen 500 Liter bis 1000 Liter. Die Bezeichnungen „moving bed“ und „static bed“ beziehen sich auf die Art des verwendeten Materials und wie es benutzt wird. Beim „moving bed“ wird weniger Substrat eingebracht und durch eine starke Belüftung in Bewegung versetzt. Das garantiert zwar eine bessere Anströmung der gesamten Substratfläche, hat aber zur Folge, dass weniger Substrat eingebracht werden kann und nur die geschützte Fläche des Substrats besiedelt werden kann. Außerdem geht man bei dieser Art der Filterung das Risiko ein, dass feine, nicht zurückgehaltene Partikel noch weiter zerkleinert werden und das Wasser trüben. Beim „static bed“ wird das Substrat so eingebracht, dass es sich nicht mehr bewegen kann. Das hat den Vorteil, dass das gesamte Volumen des Bio-Filters genutzt werden kann, dass zusätzlich Sedimentationsvorgänge im Filtermaterial stattfinden können und die gesamte Fläche, also auch die ungeschützte Fläche des Subtrats durch Bakterien besiedelt werden können. Ich habe beide Varianten ausprobiert und bevorzuge inzwischen das „static bed“. In einigen Anwendungen schaltet man nach dem „moving bed“ ein „static bed“ und kann alle Vorteile für sich nutzen. Als Filtersubstrat kommen heute je nach Anwendungsart z.B. Hel-X, BioChips, AquaRock, Japan-Matten, Glasschaum, Ceolith u.s.w. zum Einsatz. Wichtig zu wissen ist, dass es Studien gegeben hat, wo das „moving bed“ offenbar eine bessere Nitrifikation pro gegebenem Subtratvolumen haben soll. Die Aussage ist genau genommen korrekt, denn auf ein gegebenes Filterbeckenvolumen mit 25-30% Filtersubtratinhalt, funktioniert die Nitrifikation im „moving bed“ besser. Das kehrt sich jedoch um, sobald ich das gleiche Filterbecken mit z.B. 50-100% Filtersubtrat bestücke. Dann ist meiner Erfahrung nach das „static bed“ die bessere Wahl, denn die Nitrifikationsleistung nimmt bei entsprechender Anströmung rapide zu und das Wasser wirkt insgesamt extrem klar. Wenn ich ein „static-bed“ aufbaue, dann würde ich ca. 5cm über dem Boden ein Gitter einbauen, darüber eine starke Belüftung und dann das Filtersubstrat einbringen. Abgestorbene Bakterien bilden einen hellen „Schlamm“, der sich dann unter dem Gitter ansammelt und über einen Bodenablauf in der Kammer abgelassen werden kann. Auf diese Weise reicht es in der Regel ein mal im Jahr im Bio-Filter nach dem Rechten zu schauen.

Konventionelle Filter (biologisch + mechanisch)

Zu den konventionellen Filtern zählen heute die Filter, die sich die Sedimentation zunutze machen, z.B. der Vortexfilter und der Bürstenfilter. In einem Vortexfilter wird das Wasser aus dem Teich in eine große runde Kammer „gepumpt“. Das Wasser strömt in der Regel schräg in die Kammer ein, so dass es in Rotation gerät und der Schmutz unten sedimentieren kann, bevor es dann in die nächste Kammer per Überlauf gelangt. Die nächste Kammer ist dann z.B. mit Filterbürsten bestückt, in denen der Schmutz hängen bleiben kann. Aber auch Japan-Matten wären hier denkbar und in der Praxis häufig im Einsatz. Der Vorteil bei konventionellen Filtern ist, dass hier bereits ein Teil der biologischen Wasseraufbereitung stattfindet. So bieten sowohl Bürsten also auch Japan-Matten eine große Besiedlungsfläche für Bakterien. Heute wird in Japan noch zum größten Teil konventionell gefiltert! Man sagt Teichen mit konventionellen Filtern, wo der biologische Abbau in großen Volumina stattfindet, extrem „geschmeidiges“ Wasser nach. Man vergleicht es z.B. mit dem japanischen Reiswein „Sake“, der im Glas eine ähnliche Konsistenz zeigt. Das Gegenteil davon wäre ein Wasser, dass wie Mineralwasser aus der Flasche wirkt.

Moderne Filter (überwiegend mechanisch)

Zu den modernen Filtern zählen z.B. die Vlies-, Endlosband-, Papier- und Trommelfilter. Sie zeichnen sich in erster Linie darin aus, dass der Schmutz nicht nur zurückgehalten, sondern auch aus dem System Teich entfernt wird. Dadurch können sich Huminstoff und andere Schad-/Nährstoffe nicht im Wasser lösen. Das Wasser wirkt also bei vernünftig dimensionierten modernen Filtern in der Regel sehr klar und sauber. Nachteil dieser Filtertechnik ist, dass sie wie alle anderen Geräte auch, nicht so eine hohe Betriebssicherheit haben, wie die konventionellen Filter. Sie sind meist von recht begrenzten Wasserpegelständen abhängig. Sie gelten oft als wartungsfrei oder wartungsarm, hier sei z.B. der Trommelfilter bzw. der Endlosbandfilter genannt. In beiden Fällen wird das Wasser über eine Gage gefiltert und mit einem Spülsystem gereinigt. Das schmutzige Abwasser wird der Kanalisation zugeführt. Für die Spülung wird eine Druckpumpe benötigt, das heißt also, dass der Energieaufwand höher ist. Auch sind diese Filter in der Regel wegen der Spülvorgänge recht laut und müssen schallisoliert eingebaut werden. Bei Vlies und Papierfiltern wird eine Rolle mit dem jeweiligen Filtermaterial (Papier/Vlies) eingespannt und wenn der Wasserpegel im Filter ansteigt, weil das Filtermaterial verstopft ist, wird die Rolle weitertransportiert, bis sich der Pegel im Filter wieder absenkt. Das verunreinigte Filtermedium wir auf einer zweiten Rolle aufgewickelt und wenn die Rolle verbraucht ist, im Müll entsorgt. Nachteil dieser Filter ist oft eine gewisse Geruchsbelästigung, die besonders im Sommer recht lästig werden kann. Dennoch haben moderne Filter ihre Daseinsberechtigung, denn sie ermöglichen auf kleinstem Raum eine nahezu perfekte Wasserfilterung. Zusammen mit einer vernünftig dimensionierten Bio-Kammer also durchaus eine gangbare und von vielen favorisierte Lösung am Koiteich.

Kompaktfilter (biologisch + mechanisch)

Moderne Kompaktfilter sind in der Regel recht klein. Sie können als normal gepumpte Variante oder als Druckfilter aufgebaut sein. Bei der normalen gepumpten Variante, hat man entweder eine oder aber mehrere Kammern, in denen Filterschwämme/ Japanmatten in einer definierten Art und Weise eingebracht werden. Diese sind in der Regel von Sedimentation des Schmutzes abhängig. Dafür wird das Wasser in dem relativ kleinen Raum ständig umgelenkt und ein Großteil des Wassers über Filterschwämme geleitet, die den Schmutz zum großen Teil zurückhalten. Die Filterschwämme fungieren dann auch zum großen Teil als Biofiltermaterial, was zur Folge hat, dass eine durchaus notwendige Reinigung der Kompaktfilter zum Verlust von Biologie führt. Darum empfehle ich im Bereich der Koihaltung zumindest Mehrkammerfilter zu nutzen, damit man strategisch den mechanischen Filtervorgang vom biologischen trennen und somit auch getrennt reinigen kann. Der Hersteller „Oase“ bildet z.B. eine Zwitterstellung bei den Kompaktfiltern. Sie nutzen besser durchdachte Systeme, die teilweise auch auf Technologie der modernen Filtersystem zurückgreifen (z.B. Endlosbandfilter). Hier sollte man also genau überlegen, was man macht und es gilt wie eh und je – besser 2-3 Mal die Planung überdenken, bevor man einen Fehlkauf tätigt. Druckfilter sind in meinen Augen für die Koihaltung ungeeignet. Sie sind sehr klein, erfordern einen höheren Pumpendruck, je mehr sie verschmutzt sind und lösen Humin- und Schadstoffe noch schneller aus dem Schmutz. Für kleine Goldfischteiche sind sie sicher eine mögliche Option. Auch Beadfilter gehören zu den Druckfiltern. Diese kann man recht gut in Innenhälterungen und Quarantäneanlagen nutzen, wo das Schmutzaufkommen in erster Linie auf die Ausscheidungen der Koi selber beschränkt ist. Sie bieten außerdem eine durchaus akzeptable Leistung bei der Nitrifikation, wenn sie denn richtig eingefahren sind. Dennoch würde ich auch dort nicht auf eine gesonderte Bio-Kammer verzichten.

Sonstige Filter (mechanisch)

Es gibt noch diverse andere Filter, die sich in der Regel zwischen den modernen und den konventionellen Filtern einreihen lassen. Dazu zählt z.B. der Siebfilter oder auch Spaltsiebfilter. Hier wird das Wasser über eine schräg eingebrachte Gage geleitet (Sieb). Der Schmutz rutscht dann in ein Sammelbereich und das gereinigte Wasser durch das Sieb dann in den Auslauf. Der Schmutz ist damit aber noch nicht komplett dem System entzogen. Ein weiteres Besipiel ist ein SiFi Siebfilter, welcher einem gekippten Trommelfilter ähnelt. Hier wird auch eine zusätzliche Pumpe für den Spülvorgang benötigt. Der Schmutz verbleibt aber im Gegensatz zum Trommelfilter im System und wird erst bei der Reinigung der Filterkammer z.B. über einen Rückspülvorgang aus dem System entfernt.

Sonstige Filter (biologisch)

Hier sollte der sogenannte Filtergraben/ Pflanzenfilter nicht unerwähnt bleiben. Es gibt Leute, die darauf schwören, denn Pflanzen haben den Vorteil, dass sie zum Wachsen Nährstoffe brauchen, die im Koiwasser als Schadstoffe gelten. Dazu zählt Phosphat und Nitrat, was im Prinzip Pflanzendünger darstellt. Bei großen Pflanzenfiltern dort ein Großteil der biologischen Aufbereitung des Wassers erfolgen. Allerdings muss man auch wissen, dass Pflanzen die Wirksamkeit von Medikamenten reduzieren, da diese die Wirkstoffe relativ schnell unwirksam machen können. Auch Behandlungen mit Salz schließt man bei der Verwendung solcher Filtergräben gänzlich aus. Absterbende Pflanzenteile, die dem Wasser nicht entnommen werden, bringen die aufgenommenen Schadstoffe auch zurück ins Wasser, man sollte also den Pflanzenfilter pflegen und reinigen. Ich persönlich mag diese Pflanzenfilter nicht sonderlich, auch wenn sie echt schön anzusehen sind.

Meine Meinung

Ich bin ein Freund von den konventionellen Filtersystemen. Meine eigenen Filter sind als Schwerkraft-Reihenfilter aufgebaut, eine Filterkammer mit Bürstenreihen, dann über auf Abstand gelegte Japanmatten hin zum Biofilter mit statischem Hel-X und anschließend in die Klarwasserkammer mit dem UVC-Klärer. Von da geht es über einen Luftheber zurück in den Teich. Das bedeutet für mich minimaler Energieverbrauch und maximale Betriebssicherheit. Das einzige was bei mir ausfallen kann ist die UVC und die Luftpumpe, die ich allerdings mit meinem TeichManagerV4 überwache und wo im Ernstfall automatisch eine redundante Luftpumpe zugeschaltet wird. Auch bin ich nicht von modernen Filtersystemen abgeneigt und würde diese, sofern es sich anbieten würde auch verwenden. Dann muss es aber wirklich passen, also z.B. bei minimaler Platz und vorhandener Abwasserleitung wären moderne Filter mit aktiver Spülung meine erste Wahl. Hätte ich ebenfalls minimal Platz, aber keine Abwasserleitung würde ich auf Vlies oder Papierfilter gehen. Sobald aber genug Platz vorhanden ist, wäre der konventionelle Filteraufbau meine favorisierte Lösung. Somit gilt grundsätzlich: jeder wie er mag und wie es Sinn macht!

1 Comments

  1. Antworten

    Hallo,

    wir haben einen Filter und einen UVC Vorklärer von OASE. Die Qualität dieses Teichzubehörs ist sehr gut. Nicht zu vergleichen mit den Sachen, die in vielen Baumärkten angeboten werden. Schau doch einmal bei Oase Teichtechnik nach.

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